Dies vorweg. Auch ich schätze die Fortschritte moderner Kommunikationstechnologien: Die Möglichkeit zu haben, überall mit dem Handy zu telefonieren, E-Mails abzurufen und auf Geschäftsdaten zuzugreifen. Am Anfang schien uns allen, als könnte damit der Gipfel der Effizienz erreicht werden. Doch heute müssen wir feststellen, dass die ständige Informationspenetration nicht zwangsläufig zu besser informierten Geschäftsleuten führt. Wissen, was im Unternehmen läuft, ist mir wichtig. Muss ich jedoch deshalb auf jede E-Mail kopiert und so alle zwei Minuten aus meinen Gedanken gerissen werden? Oder nach einem strengen Tag unterwegs den Abend im Outlook verbringen. Zwischenzeitlich hatte bei mir der Druck, die E-Mails abarbeiten zu müssen, soweit geführt, dass ich zwischen den Meetings schnell online ging, damit mich die Beantwortung danach nicht den Feierabend kostete. Irgendwann hatte die Mailflut jedoch einen Pegel erreicht, der mich zu einschneidenden Massnahmen zwang. Intern gilt seitdem die Regel, jemanden nur dann auf eine Kopie zu setzen, wenn die Mail entweder sehr dringend oder der Inhalt von hoher Bedeutung ist. Ansonsten sollen die Informationen gesammelt, formuliert und bei einer persönlichen Besprechung diskutiert werden. Abgewöhnt habe ich mir auch, mich bei einem Maileingang gleich aus der aktuellen Arbeit reissen zu lassen. Auch heute noch kann niemand erwarten, dass immer und alles sofort beantwortet wird. Jeder Absender hat meiner Meinung nach ein Gefühl, wie dringend seine Mail gerade ist. Und wenn jeder, der eine Mail aufsetzt ,überlegen würde, ob sie nötig ist oder ob diese Information so am besten kommuniziert ist, dann wären wir der Eindämmung der Informationsflut wohl schon einen grossen Schritt näher gekommen. Nehmen wir uns also die Freiheit, uns auf unsere Arbeit zu konzentrieren.