Feb 19

Written by: Peter
19.02.2010 09:27 

Immer zu Beginn eines Jahres gilt es, die Lohnbuchhaltung so schnell wie möglich abzuschliessen und die Jahresdeklarationen an die verschiedenen Sozialversicherungspartner einzureichen. Ziel ist es, möglichst schnell die entsprechenden Schlussabrechnungen in den Buchhaltungen zu verbuchen. Die Idee eines einheitlichen Lohnmeldeverfahrens und der elektronischen Übermittlung an die Lohndatenempfänger ist entsprechend einleuchtend und eine Vereinfachung für alle.

Leider ist die Umsetzung in der Praxis jedoch sehr schwierig. Zwar bieten die meisten Versicherungen und Ämter heute diesen ELM Standard an. Doch der letzte Erfahrungsaustausch, der schon wieder über ein Jahr zurück liegt, zeigte, dass die Lohndatenempfänger diese Idee zwar unterstützen, aber nicht als Vorteil von ihrer Seite betrachten. Bei einigen ist es sogar so, dass die auf dem elektronischen Weg empfangenen Daten ausgedruckt und manuell erfasst werden. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass die Übermittlung nicht bei allen Empfängern reibungslos klappt.

Auch die Forderung der Empfänger, ELM müsse von den Softwareherstellern gefördert werden, erstaunt nicht, wenn der Nutzen von ihnen nicht erkannt wird.

Am schlimmsten ist jedoch das Verhalten der verschiedenen Ausgleichskassen. Diese weigern sich, die Daten über die offizielle Schnittstelle der swissdec zu empfangen und bestehen darauf, dass die Daten in ihrem Online-Portal übermittelt werden. Im Internet hat jede Ausgleichskasse ihr eigenes Portal, allerdings mit dem gleichen Mechanismus für die Übermittlung der Daten. Dort ist zumindest auch das neue ELM-Format zulässig. Diese Daten können jedoch nur übermittelt werden, wenn im zu übermittelnden File die korrekte Nummer der zuständigen Ausgleichskasse hinterlegt wird. Das ist grundsätzlich verständlich, nur liegt das Problem darin, dass keine Ausgleichskasse Auskunft über die entsprechende Nummer geben kann, da die Leute an der Hotline und verantwortlichen Ansprechpartner diese nicht kennen und so die Übermittlung nur mit viel Geduld und Support vom Softwarehersteller klappt.

Die swissdec ist stets bemüht, den Standard voran zu treiben und lanciert jetzt schon Version 3.0 der Richtlinien. Dabei geht vergessen, dass alle am selben Strick ziehen müssen. Was bringt es, wenn aktuell von 124 gelisteten Lohnbuchhaltungen nur 56 zertifiziert sind und die Lohndatenempfänger den elektronischen Erhalt der Daten nicht auch aktiv vorantreiben?

Im Moment bringt es nur Mehraufwand für diejenigen, die sich bemühen, ohne dass dabei für den Anwender wirklich eine Erleichterung oder gar ein Bonus anfällt. Deshalb sollte die swissdec zuerst alle ins gleiche Boot holen, bevor man diesen Standard weiter entwickelt. Und solange die Lohndatenempfänger nicht realisieren, dass sie die Profiteure des ELM sind, gilt es weiter die Listen zu drucken und auf dem klassischen Postweg zu übermitteln.

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2 comment(s) so far...

AW: ELM – Einheitliches Lohnmeldeverfahren oder doch nicht so einheitlich?

Leider kann ich das alles nur bestätigen.

Bei der Ausgleichskasse des Kantons Bern zB. sucht man noch heute vergebens nach einem Link für den Upload.

By Thomas Wagner on   07.03.2010 21:19

AW: ELM – Einheitliches Lohnmeldeverfahren oder doch nicht so einheitlich?

Unglaublich. Seit bald einem Jahr steht fest, das der einzig verbliebene IT-Event, die Community36 am 6. und 7. Mai 2010 stattfindet. Nun fällt der Swissdec nichts besseres ein, als Ihren Erfahrungsaustausch auf den 6. Mai 2010 zu terminieren. Es zeigt wieder den Stellenwert der Software-Hersteller :-(

Vielleicht wird ja mangels Teilnehmer die Community36 abgesagt, den Cloonen kann ich mich noch nicht ;-). Für Sage und Abacus scheint dieser Fall schon klar, wobei die haben natürlich auch mehr Ressourcen um an beiden Events Präsent zu sein.

By Peter Herger on   12.03.2010 08:16

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