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«Da wurde mir leicht schwindlig»

«Da wurde mir leicht schwindlig»

Proffix Software AG feiert 2021 ihr 20-Jahre-Jubiläum. In einer Jubiläumsserie möchten wir die Persönlichkeiten hinter der Schweizer Softwareschmiede vorstellen. Den Auftakt machen Baldassare Nastasi und Robert Caduff, ohne deren Codes es Proffix nie gegeben hätte.

 

Baldassare Nastasi (Bano) und Robert Caduff (Röbi) lernten sich 1992 in einem kleinen IT-Unternehmen kennen, wo sie erste individuelle Softwarelösungen entwickeln. Mit ihrer Begeisterung für die EDV – wie die IT damals noch hiess – bauten sie sich schnell ein grosses Wissen in der Softwareentwicklung auf und wagten schliesslich den Sprung in die Selbstständigkeit. Diese begann für Bano am heutigen Proffix Standort in Wangs, wo er alleine in einem grossen Büro arbeitete, wie er erzählt. Sein erster grosser Auftrag war die Entwicklung eines Fibu- und Kreditorenmoduls für eine gesamtschweizerische Computer-Retailkette. Auch Röbi erhielt von dieser einen Softwareauftrag und wurde mit der Adress- und Auftragsverwaltung betraut. Durch den gemeinsamen Retailkunden arbeiteten die beiden in ihrer Selbstständigkeit weiterhin eng zusammen.

Ein perfekter Match 
Mit ihren Programmieraufträgen sammelten Baldassare Nastasi und Robert Caduff schnell betriebswirtschaftliches Know-how, was sie motivierte, zusammen etwas ganz Neues zu schaffen. «Klar waren zu diesem Zeitpunkt schon ERP-Systeme im Einsatz, mehrheitlich jedoch teure Individual- oder Branchenlösungen für grössere Unternehmen», wie sie sagen. Das Schweizer KMU jedoch begann zu diesem Zeitpunkt mit Windows zu arbeiten und die Geschäftsadministration mit Excel und Word zu organisieren. «Wir spürten, dass sich uns eine grosse Chance bot und waren richtiggehend euphorisiert vom Gedanken, von Grund auf eine eigene Software zu schreiben», so Bano.

Nach eineinhalb Jahren Programmierzeit war die Finanzbuchhaltung als erstes Proffix Modul bereit, um im Markt eingeführt zu werden. Mit ihrem Produkt konnten sie auch Guy Thouin, den damaligen Auftraggeber und Inhaber der Retailkette überzeugen und mit ihm einen erfahrenen Unternehmer als Aktionär gewinnen. Zusammen gründeten sie am 7. Februar 2001 die Proffix Software AG und feierten im Sommer ihren ersten Kunden, die Treuhand Excacta Ems AG.

Bereit für den nächsten Schritt
Die beiden Softwareentwickler programmierten weitere Module und fanden schnell erste Händler, welche diese erfolgreich verkauften. «Die erste Zeit nach der Gründung war ziemlich relaxt», erinnert sich Röbi. Doch mit Guy Thouin hatten sie sich einen Unternehmer und Finanzprofi an Bord geholt, der das Potenzial sah und nutzen wollte. «Als er uns in einer Sitzung seine Wachstumspläne präsentierte, wurde mir leicht schwindlig», erinnert sich Bano und schmunzelt. Der Familienvater trug Verantwortung und wollte seine Existenz nicht aufs Spiel setzen. 

Mit Peter Herger wurde schliesslich ein junger Geschäftsführer an Bord geholt, der es verstand, mit viel Unternehmergeist die Geschicke der Organisation in die Hände zu nehmen und Proffix ein Gesicht zu geben. Für Bano und Röbi, die sich noch heute lieber im Hintergrund halten, ein Glücksfall, konnten und können sie sich doch auf ihre Leidenschaft, die Entwicklung von Software, konzentrieren.

Vom Pionier zum Softwareunternehmen
Die erste Version von Proffix wurde auf der technologischen Basis von VB6 geschrieben. Kurz nachdem diese im Markt eingeführt war, lancierte Microsoft die .NET Technologie. Für das kleine Sankt Galler Softwareunternehmen eine einzigartige Chance, sowohl betriebswirtschaftlich als auch technologisch dem Schweizer KMU modernste Business Software anzubieten. Für Bano und Röbi bedeutete dies, die erste Version komplett neu zu programmieren. Ein mehr als kluger Entscheid, wie sich in der Folge zeigte. 2004 wurde die modular aufgebaute Standard Business Software Proffix neu lanciert, mit welcher Schweizer KMU ihre Geschäftsadministration bis heute einfach organisieren können.

Der Erfolg von Proffix nahm seinen Lauf. 2007 kamen die ersten Mitarbeitenden dazu. Der Pioniergeist ist bis heute der Motor des Schweizer Softwareunternehmens, das sich nie scheute, Herausforderungen anzunehmen. Auf die Frage, was die beiden am meisten stolz mache, sind sich Bano und Röbi sofort einig: «Dass Proffix heute für über 40 Mitarbeitende ein verlässlicher Arbeitgeber ist und sich die Software dank ihrer Offenheit stets an den Bedürfnissen und den Herausforderungen des Marktes und der Kunden weiterentwickeln lässt.» Und zum Schluss fügen sie der Antwort noch hinzu: «Und dass wir diesen Erfolg geschafft haben, ohne je auf Fremdkapital angewiesen gewesen zu sein.»