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Worauf kommt es beim digitalen Wandel wirklich an?

Worauf kommt es beim digitalen Wandel wirklich an?

Der Kardinalfehler, den viele Unternehmen heute begehen, ist, den digitalen Wandel aus rein technologischer Sicht zu betrachten. Dies ist einer der häufigsten Gründe, weshalb viele Transformationsvorhaben scheitern. Was aber braucht es, um als Unternehmen auch im nächsten Jahrzehnt erfolgreich zu sein?

Kürzlich sass ich in einem Meeting einem Führungsteam gegenüber, das klar zum Ausdruck brachte, dass sein Unternehmen eine digitale Strategie und Transformation bräuchte, um wettbewerbsfähig zu bleiben. So weit nichts Ungewöhnliches in einer Zeit, in der sich die ganze Wirtschaft um dieses wichtige Thema dreht. Doch die Fragen und Forderungen, die darauf folgten, überraschten mich dann doch sehr. So zum Beispiel diejenige, wie das Unternehmen eine Scorecard für das Transformationsprojekt erstellen kann. Oder die Frage des CFO, wie ein schneller ROI aus dem Projekt erzielt werden könnte. Oder aber die Forderung des CTO nach einem strategischen Technologieentscheid. Dieses Gespräch zeigt exemplarisch, womit sich die meisten Unternehmen im Zusammenhang mit dem digitalen Wandel auseinandersetzen. Nämlich in erster Linie mit technologischen Fragen und dem unmittelbaren Nutzen digitaler Projekte.

Die Revolution beginnt im Kopf
Bei der so genannten vierten industriellen Revolution geht es aber um mehr. Es braucht tiefgreifendere Veränderungen auf der gesellschaftlichen Ebene durch einen Kultur- und Wertewandel. Auf ökonomischer Ebene in der Entstehung neuer Geschäftsmodelle. Und auf der technologischen Ebene in der Umwälzung der Gesellschaft durch künstliche Intelligenz und Robotik. Was also braucht es, um den digitalen Wandel in einem Unternehmen in Gang zu setzen? Die Antwort lautet: Die richtige Denkweise oder wie man es in Englisch ausdrückt: das Mindset!

Führen heisst befähigen
Führungspersönlichkeiten müssen also zunächst sicherstellen, dass eine Kultur und Kompetenzen vorhanden sind, die Veränderungen überhaupt zulassen. Denn weder eine Technologie noch künstliche Intelligenz oder eine App werden ein Unternehmen ins nächste Jahrzehnt führen. Vielmehr müssen sich Führungskräfte sowohl auf das eigene Führungsvermögen als auch auf dasjenige ihrer Mitarbeitenden konzentrieren und vertrauen. Es braucht eine gemeinsame Einstellung, die Neuem und Weiterentwicklungen gegenüber offen ist, damit Chancen erkannt werden und Ideen auf fruchtbaren Boden fallen. Dies bedeutet auch, dass die Zeiten autark entscheidender CEOs vorbei ist. Die Führungsaufgabe hat sich stark geändert. Gefragt sind kommunikative Führungspersönlichkeiten, die inspirieren und in der Lage sind, die eigene Vision und Strategie intern und extern zu verdeutlichen. Ein weiterer wichtiger Aspekt einer modernen Führung ist es, den Mut zu haben, den Status quo immer wieder konstruktiv zu hinterfragen. Sich selbst zu «challengen» verhindert den Stillstand, insbesondere dann, wenn es der eigenen Firma gut zu gehen scheint. Wohl am wichtigsten in diesen Zeiten des Umbruchs ist es, die eigenen Mitarbeitenden zu befähigen, Verantwortung zu übernehmen. Dies schafft eine agile Organisation, in der Entscheidungen schneller getroffen, Innovationszyklen verkürzt und gleichzeitig Verbesserungen auf verschiedenen Ebenen erzielt werden können.

Die Unternehmenskultur, die eigene Denkart (Mindset) und das Führungsverständnis bilden also die entscheidenden Faktoren, um das Unternehmen erfolgreich in die digitale Zukunft zu führen. Alles weiche Faktoren, die sich nicht mit Scorecards messen lassen!